Informationen zum Strom-Netzausbau in Deutschland für die Energiewende

Das Thema der erneuerbaren Energien und der dafür nötige Ausbau der Strom-Netze, kurz Netzausbau genannt, beschäftigt die Medien und Bürger schon seit längerer Zeit. Wie das ZDF-Magazin frontal 21 am Dienstag, 11.12.12 berichtet hat, sind die definitiven Pläne aber jetzt auf dem Tisch und es wird groß und teuer – für den Bürger.

Das Thema der erneuerbaren Energien und der dafür nötige Ausbau der Strom-Netze, kurz Netzausbau genannt, beschäftigt die Medien und Bürger schon seit längerer Zeit. Wie das ZDF-Magazin frontal 21 am Dienstag, 11.12.12 berichtet hat, sind die definitiven Pläne aber jetzt auf dem Tisch und es wird groß und teuer – für den Bürger.

Geplant sind je nach Quelle/Zeitschrift um die 3.000 KM neue Stromtrassen und noch mehr weitere Kilometer, bei denen aktuelle Stromkabel durch stärkere (hitzebeständigere) Stromkabel getauscht werden sollen. Der Ausbau wird laut frontal 21 mit 10 bis 20 Milliarden EUR beziffert. Der 2. Entwurf des Netzentwicklungsplans, Stand Sommer 2012, kann hier als PDF heruntergeladen werden. Auf diesem PDF ist der Verlauf der geplanten Stromtrassen durch Deutschland zu sehen.

Umgelegt werden diese Kosten auf die Stromkunden, allerdings nicht auf alle Stromkunden, da sich energieintensive Firmen durch ein Gesetz der Bundesregierung von diesen zusätzlichen Netzentgelten befreien lassen können. Die Kosten werden daher überproportional auf die Bürger verteilt. Daher steigen bei immerhin 468 Stromversorgern die Strompreise zum 1.1.2013 auch im Schnitt um 12,8%.

In allen bisher gelesenen oder gesehenen Berichten hat kein "Experte" den Ausbau der Netze in Frage gestellt. In Frage wurde aber die Größenordnung gestellt. Der aktuell beschlossene Netzausbau ist nämlich so überdimensioniert, dass alle Windkraftanlagen auch bei Sturm zusammen mit allen unter Volllast laufenden Kohlekraftwerken ihren Strom in das Netz einspeisen können. Mit dem Netzausbau werden somit diese Spitzen abgefangen bzw. sollen die Renditen der schon abgeschriebenen Kohlekraftwerke weiterhin ungehindert fließen können.

Im Bericht von frontal 21 wurde der Verband der Windkraftbetreiber gefragt, ob sie auf die Einspeisung dieser Leistungsspitzen verzichten würden und sie würden, was einen Ausfall von ca. 2% pro Jahr bedeuten würde. Im Gegenzug könnte der Netzausbau in einem sehr viel geringeren Maßstab stattfinden. Die Betreiber der Kohlekraftwerke wurden im Beitrag nicht gefragt, ob sie ebenfalls auf einen Teil ihrer Einspeisung verzichten würden.

An sich stellt sich die Frage, warum wir ein so überdimensioniertes Netz brauchen, wenn immer mehr Strom exportiert wird und wir eigentlich Kohlekraftwerke abschalten wollten und sollten? Laut dem Bundesverband der deutschen Energiewirtschaft "BDEW" lag der Stromexport bis 08/12 bei 12,4 Terawattstunden und soll bis 09/12 14,7 Terawattstunden in diesem Jahr erreichen (1 Terawattstunde (TWh) = 1 Milliarde Kilowattstunden (kWh) oder 1 Billion Wattstunden (Wh)).

Ein Nachteil der komplett eingespeisten Kohlekraftwerke ist, dass sie gegen das Prinzip der dezentralen Stromversorgung arbeiten. Zum einen da ihr Strom durch den Netzausbau überall verfügbar ist und zum anderen, da diese Kraftwerke steuerrechtlich abgeschrieben sind und daher sehr preiswert produzieren können. Neuanlagen der dezentralen Stromversorgung können dabei nicht mithalten.

Eine dezentrale Stromversorgung würde aber einen geringeren Netzausbau bedeuten und weniger Eingriffe in die Umwelt. Natürlich gehören Kohlekraftwerke nicht zu einer dezentralen Stromversorgung, da ihr Kapazität viel zu groß ist. Außer sie liegen neben oder in einer großen Stadt, wie das Steinkohlekraftwerk Moorburg in Hamburg. Die großen Kraftwerke gehören aber den großen Energieversorgern und die machen damit sehr viel Geld…

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