CO2-Grenzwert für PKWs

Historie: Angefangen hat die Diskussion um einen Grenzwert beim Treibhausgas CO2 schon sehr früh, nämlich als Angela Merkel in den Jahren 1994 bis 1998 unter Helmut Kohl Umweltministerin war. In […]

Historie: Angefangen hat die Diskussion um einen Grenzwert beim Treibhausgas CO2 schon sehr früh, nämlich als Angela Merkel in den Jahren 1994 bis 1998 unter Helmut Kohl Umweltministerin war. In dieser Zeit war Matthias Wissmann Verkehrsminister.

Die Autoindustrie hatte sich damals freiwillig verpflichtet den Schadstoffausstoß ihrer Fahrzeugflotte auf 120g CO2 pro Kilometer zu senken. Allerdings ist bis heute nichts passiert.

Als nächste ging die EU das Thema an. 1999 sollte sich die Automobilindustrie verpflichten ihren Schadstoffausstoß bis 2008 auf 140g CO2 und bis 2012 auf 120g CO2 pro Kilometer zu verringern.

Die Automobilindustrie erklärte sich damals bereit das Ziel zu erreichen. Allerdings wurde es nicht gesetzlich festgehalten, sondern wieder als freiwillige Selbstverpflichtung beschlossen.

Wie alle wissen, hat die Automobilindustrie ihre Selbstverpflichtung nicht eingehalten und daher macht die EU jetzt ernst. Das Lustige dabei ist, dass unsere Umweltministerin jetzt Kanzlerin ist und von ihren alten Plänen nichts mehr wissen will.

Auch unser ehemaliger Verkehrsminister hat den Arbeitgeber gewechselt. Er ist beim Verband der Automobilindustrie (VDA), als Präsident eben dieser tätig. Auch er möchte von der über 10 Jahre alten Selbstverpflichtung nichts mehr wissen.

Nach dem üblichen Lobby-Druck, vor allem aus Deutschland, hat die EU jetzt folgende Übergangswerte beschlossen (Prozent der Neuwagen, die im Durchschnitt (Flottendurchschnitt eines Herstellers) nicht mehr als 120g CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen):

Ab 2012: 65%
Ab 2013: 75%
Ab 2014: 80%
Ab 2015: 100%

Dieser Kompromiss würde jetzt nur eine Verzögerung darstellen und würde das Ziel an sich nicht ändern. Allerdings gibt es einen zweiten Kompromiss, weswegen diese Grenzwerte wohl nie erreicht werden.

Die so genannten Umwelt- oder Ökoinnovationen dürfen beim CO2-Ausstoß mit angerechnet werden. Eine verbesserte Klimaanlage, Reifen, Lenkung, usw. sind Ökoinnovationen. Jede Ökoinnovation gibt dem Hersteller einen gewissen zusätzlichen CO2-Ausstoß! Eine verbesserte Klimaanlage zum Beispiel + 17g CO2.

Autos werden somit auch 2015 immer noch bis zu 150g CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen, ohne dass es für den Hersteller Konsequenzen hat.

Unverständlich für den Leihen oder normalen Bürger dürfte bei dieser Regelung sein, dass die Ökoinnovationen eigentlich doppelt angerechnet werden. Zum einen im grundlegenden Schadstoffausstoß des Autos und zum anderen noch einmal als Bonus für die Erhöhung des Grenzwertes!?

Hier ist jetzt der mündige Bürger gefragt, der als Autokäufer sehr genau hinsehen muss, damit er wirklich ein umweltfreundliches Auto kauft!

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